U20 gewonnen!

Oktober 2016 +Cold Hawaii+

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Oktober 2016  +Cold Hawaii+

Am ersten Ferientag ging es mit der ganzen Familie nach Klitmöller. Die Vorhersage sah leider nicht nach West 6-7 Windstärken sonder eher nach Ost aus.

Als wir dann Mittags in Klitmöller ankamen war es windig und trotz des ablandigen Windes waren sogar einige Wellen in der Bucht. Ich wollte sofort aufs Wasser und da merkte ich schnell, dass durch den starken O

stwind der Wasserstand sehr niedrig war und somit die Wellen über sehr flachem Riff gebrochen sind. Wenn Wellen über ganz flachem Riff brechen sind diese normalerweise sehr kraftvoll und hohl. Und so waren die Wellen an dem Tag auch.

Ich konnte dann den ganze Tag lang echte Cold Hawaii Bedingungen genießen. Das war unerwartet genial.

Es stellte sich heraus, dass am Ende der Woche die Dänischen Meisterschaften stattfinden sollten. Die Vorhersage sah gut aus und zum Glück durften auch Deutsche teilnehmen. Die Vorhersage sagte immer noch Ost. Das würde bedeuten, dass der Wind von rechts weht und das sind Europäer nicht so sehr gewohnt. Ich war aber durch meine 6 Monate Hawaii perfekt vorbereitet (auf Maui kommt der Wind immer von Rechts).

 

Am ersten Tag ging es sofort mit U20 los und ich konnte mir den ersten Platz sichern.

Am zweiten Tag war es ein wenig windiger und die Männer wurden gestartet. Da bei den Männern das Level nochmal deutlich höher ist als bei den Jugendlichen, musste ich alles geben. In meinem ersten Heat habe ich dann leider schon mal zu viel gegeben und habe gleich am Anfang bei einem Sprung mein Segel kaputt gemacht. Ich konnte den Heat auf einem zu kleinen Segel dann aber trotzdem noch gewinnen. In der zweiten Runde musste ich dann gegen Kenneth Danielsen ran. Kenneth ist einer der besten Dänen und unter den Top 25 der Welt. Es war ein sehr knapper Heat und am Ende waren wir sogar punktgleich. Kenneth hatte aber den bessere Wellenritt und ist somit verdient weitergekommen.

Am Nachmittag durfte ich wieder aufs Wasser. In der so genannten Double Elimination gibt es die Möglichkeit sich von ganz unten wieder nach ganz oben zu arbeiten.

Der erste Heat lief super. Ich hatte den perfekten Rhythmus gefunden und war voll fokussiert. Nach dem ersten Heat dachte ich mir:“ Wenn ich im nächsten Heat ausscheide, ist es nicht so schlimm. Ich bin schon weitergekommen als ich mir das gedacht hatte.“ Aber ich wusste auch, dass ich mehr konnte.

Auch den nächsten Heat konnte ich für mich entscheiden. Meine ganze Familie stand am Strand und hat mich während meiner Heats angefeuert. Nach dem Heat hat mein Vater mein Material wieder den Strand hochgetragen, damit ich beim nächsten Lauf wieder optimal starten kann. Mein Bruder ist schnell zu den Judges gelaufen um zu sehen, ob ich gewonnen hab, und um mir dann mein neues Lycra zu bringen. Meine Mutter hat mich immer wieder mental auf den nächsten Heat vorbereitet.

In meinem dritten Lauf musste ich gegen Rasmus Ögelund. Rasmus ist der PWA World Tour auch kein Fremder und ich dachte, bei ihm ist Schluss. Ich war aber so fokussiert und in meinem Rhythmus, sodass ich auch aus diesem Heat als Sieger hervorging.

Spätesten nach dem Heat hatte es sich langsam herum gesprochen, dass ich meine Heats sehr souverän fahre und es meinen Gegnern definitiv nicht einfach mache. Genau das hatte auch mein nächster Gegner im Kopf. Am Anfang des Heats konnte ich aus dem Augenwinkel sehen wie dieser mehrere Meter hoch gesprungen ist und dann am höchsten Punkt eine Vorwärtsrotation machte. Er ist aber ein bischen schief rotiert und hat dabei seinen Mast gebrochen. Er musste für den Rest des Heats schwimmen. Ich habe aber trotzdem alles gegeben, weil ich mir nicht ganz sicher war, ob er nicht schon eine gute Punktzahl hatte.

Zu dem Zeitpunkt war ich schon 2 Stunden in der Double Elimination durchgehend am kämpfen und das hat mir dann auch mein Körper zu spüren gegeben. Während des Laufes tat alles weh und bei einer Landung konnte ich mein Segel einfach nicht mehr halten. Ich hatte den Heat sowie so gewonnen, da mein Gegner durch seinen Mastbruch nicht mehr surfen konnte.

Im nächsten Heat ging es dann gegen Mads Björna um Platz 3. Mads ist der amtierende Dänische Meister und bei ihm war dann endgültig Schluss. Mads ist einfach super gut und dazu kam dann noch, das mein Körper einfach nicht mehr mit machen wollte.

Somit war es Platz 4 bei den Männer. Vor mir nur Profis. Damit hab ich wirklich nicht gerechnet. Das war ein berauschendes Gefühl!

Als ich dann am nächsten Morgen aufwachte, konnte ich mich kaum bewegen vor Schmerzen. Es ging aber sofort weiter. Diesmal aber mit der Double Elimination bei den Jugendlichen in U20. Zum Glück hatte ich die Single Elimination schon gewonnen und konnte höchstens noch 2. werden. Ich musste nur noch meinen 1. Platz verteidigen und einen Heat gewinnen.

Nach mehreren Stunden warten war es dann so weit. Leider konnte ich meinen Rhythmus vom Vortag nicht wieder finden. Es war ein sehr knapper Heat und mit nur noch 10 Sekunden auf der Uhr habe ich dann meine letzte Welle bekommen, die mir den Sieg gesichert hat.

Ich war also 1. in U20 und 4. bei den Männern. Das war mit Abstand der beste Wettkampf in meinem ganzen Leben und es war toll, das mit meiner ganzen Familie teilen zu können.

U20 gewonnen!

 

Ergebnisse hier : Danish Boardsailing Organization, Resultater Wave-A.pdf

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